Säkulares Forum Hamburg – Vereinigung der Konfessionsfreien –

Diskussionsveranstaltung zum internationalen Tag der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ 1948 – 2016 (10.12.2016)

Bevor unsere Gäste Dr. Thomas Heinrichs und Hans Peter Strenge ihre Gedanken zum Thema äußern werden, möchte ich Ihnen mein Credo zu den Menschenrechten vortragen:

I) Menschenrechte sind die größte Errungenschaft jeder zivilisierten community!
In ihnen manifestiert sich das Menschenbild der Neuzeit, das auf Selbstbestimmung gegründet ist. Aber mit den Menschenrechten ist es wie mit der Freiheit, wir müssen wachsam sein, um sie gegen Verletzungen schützen zu können.

II) Menschenrechte sind Individualrechte!
Wer die Menschheit in konfessionell oder ethnisch homogene Blöcke einteilen will, unterdrückt ihren Variantenreichtum und befördert damit die Ausgrenzung des sog. Fremden. Es gibt keine Blöcke, sondern nur Menschen. Solange sich die Achtung des Andersartigen noch nicht überall durchgesetzt hat, gibt es für uns Grund zu trauern und zu kämpfen.

III) Menschenrechtsverletzungen aufgrund eines Gebotes oder auf Anordnung einer wie auch immer gearteten Autorität werden als Rechtfertigung für Unmenschlichkeiten nicht akzeptiert, denn säkulare Ethik bedeutet , dass jeder Mensch selbstverantwortlich für sein Handeln isst.

Warum hat das „Säkulare Forum Hamburg“ zu dieser Diskussionsveranstaltung eingeladen? In der Grundsatzerklärung des „Säkularen Forums Hamburg“ steht: „Wir orientieren uns an den Idealen der Menschenrechte und der Demokratie“. Die Menschenrechte sind wegen ihrer zentralen Bedeutung nicht nur in unserer Grundsatzerklärung sondern auch als Grundrechte in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland verankert. Um Bilanz zu ziehen, haben wir diese Diskussionsveranstaltung ins Leben gerufen, und werden sie künftig in jedem Jahr wiederholen.
Immer wieder werden wir gefragt, was denn „säkular“ bedeute. Die Menschenrechte beispielsweise gründen auf einem säkularen Weltbild. Sie wurden von Menschen für Menschen vereinbart - ohne metaphysischen Bezug.

Prof.Dr.Helmut Kramer